12.11.2018

100 Jahre Frauenrechte in Deutschland

(Foto: © komba jugend)
(Foto: © komba jugend)

Heute so vor 100 Jahren: Der 12. November 1918 gilt als die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts! Dies war ein wichtiger Grundstein für die gesetzliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

So wichtig das Gedenken dieses Meilensteins für die Frauenrechte in Deutschland ist, so müssen wir dennoch einen Blick auf die weiteren Errungenschaften der Gleichstellung werfen. Wo stehen wir heute? Unbestreitbar sind die Erfolge in der politischen Partizipation der Frauen: eine Frau als Bundeskanzlerin sowie der fast hälftige Frauenanteil der Mitglieder im Bundeskabinett. Diese Erfolge täuschen jedoch darüber hinweg, dass auch 70 Jahre nach der Festschreibung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Grundgesetz weiterhin strukturelle Benachteiligungen für Frauen bestehen und in den meisten Entscheidungsgremien Männer in der Mehrheit sind. In den Parlamenten der einzelnen Bundesländer ist der Frauenanteil bereits geringer – rund 33 Prozent- und auf kommunaler Ebene- dem Fundament der Demokratie- beträgt der Frauenanteil nur noch 24 Prozent. Der Anteil der Bürgermeisterinnen liegt bundesweit nur unter 10 Prozent.

Das zeigt auf, dass auch heute die gesellschaftliche Debatte um Chancengleichheit der Geschlechter nicht abgeschlossen nicht, denn Themen wie die Frauenquote in Führungspositionen treiben uns nach wie vor um.

Ein Blick in den kommunalen öffentlichen Dienst: der Anteil der Frauen ingesamt beträgt 63 Prozent, der Anteil der Frauen in Führungspositionen beläuft sich dabei auf rund 30 Prozent. Auch hier besteht Nachholbedarf, damit der Anteil der Frauen in Führungspositionen dem Anteil der Frauen im öD insgesamt entspricht.

Die stv. Bundesjugendvorsitzende Maria Schiemann, innerhalb der BJL mit Arbeitsgebiet Chancengleichheit betraut, findet „Frauen-Quoten sind wichtige Maßnahmen, um solche strukturellen Benachteiligungen aufzubrechen. Das langfristige Ziel muss jedoch eine selbstverständliche Parität sein.“